Tanz und Choreografie

Anfang Januar, 20.30 Uhr. Tanztage Berlin. Eisige Nacht – gute Stimmung.

Langsam füllt sich die Halle vor dem Eingang zu den Sophiensälen in Berlins Mitte. Es treffen tanzbegeisterte Menschen jeden Alters ein. Wahrscheinlich tanzen auch alle selbst. Jedenfalls fühle ich mich etwas deplatziert.

Als wir eingelassen werden, tut sich ein hoher Saal mit einer Tribüne auf. So habe ich es erwartet: Ambiente stimmt. Alle sind leise und bedächtig und warten konzentriert auf die Aufführung. So wünsche ich es mir: Eine Undergroundveranstaltung in Berlin mit Fachpublikum. Auf der Bühne ein Schlagzeug, ein Schlagzeuger und eine Tänzerin. 25 Minuten am Stück bewegt sich die Künstlerin zu Trommelschlägen. Sie zuckt unaufhörlich, so wie die Musik.

Nach der Pause ein neuer Aufbau. Licht geht an, Licht geht aus. Eine Person liegt, steht, sitzt mit einem Apfel auf der Bühne. Das Publikum lacht, ich verstehe nicht warum. Muss ich auch nicht, es ist eine schöne Choreographie und es sind bezaubernde Tänzer. Sie tanzen wenig, bewegen sich eher gekonnt. Das Obst fliegt durch die Luft, die Szenarien wechseln, das Licht wird auch mal bunt, nackte Männer mit Wunderkerzen im Mund bewegen sich auf allen Vieren auf der Bühne.

Im Anschluss werden wir, das Publikum, eingeladen an einer Diskussion zu den Werken teilzunehmen. Darauf verzichte ich. Ich lasse die Eindrücke allein bei einem Glas Rotwein um die Ecke auf mich wirken.

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